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V e r e i n L i m e s
Günter Wagner

update: 28.01.2004
© H. Hofmann

Mag. Günter Wagner
wagner@maenner.at

    geboren 1962
    Psychologe und Psychotherapeut

    Ich bin seit Sommer 2002 Mitarbeiter bei Limes, nachdem mein Freund und Kollege Jonni Brem seine Arbeit mit erwachsenen Missbrauchstätern in dem in Österreich einzigartigen Projekt WSPS (Wiener Sozialtherapeutisches Programm für Sexualtäter) intensivierte und daher seine Arbeit bei Limes beendete.

    Als Mitarbeiter der Männerberatung Wien und Hauptverantwortlicher für die präventive und sozialtherapeutische Arbeit mit männlichen Jugendlichen, habe ich nun bei Limes die Möglichkeit, mein Tätigkeitsfeld auszuweiten:
    Beginnend in den 90er Jahren bemühte sich die Männerberatung in der fördernden, geschlechtsspezifischen Jugendarbeit. Die in Österreich sich entwickelnde "Burschenarbeit" profitierte damals von den Arbeitsansätzen feministisch orientierter Frauen und Kolleginnen, die die Kategorie "Geschlecht" in die präventive Jugendarbeit erstmalig eingebracht haben. Aufgrund gesellschaftlich-kulturell zugewiesener Rollenbilder und der "Zurichtung" Heranwachsender dazu, war ich und die Männerberatung bald mit "Aufträgen" konfrontiert, unser Angebot der fördernden und geschlechtsspezifischen Arbeit mit Jugendlichen doch zu erweitern und "was mit den gewalttätigen männlichen Jugendlichen zu tun", bzw. Programme anzubieten, um den - mittlerweile als geschlechtsspezifisch zu sehenden "Problemkreis Gewalt" präventiv, beratend, (sozial)therapeutisch, kooperativ, usw. "in den Griff zu bekommen". Wie dem (sozial)politisch begegnet werden sollte und könnte war und ist selten Thema im Rahmen dieser Anfragen.


    Nichtsdestotrotz erweiterten wir unsere Bemühungen und expandierten in neue Tätigkeitsfelder: Die Begleitung, Betreuung und sozialtherapeutische Arbeit mit jugendlichen Gewalttätern, sowie konkrete Angebote zur Gewaltprävention und die dafür notwendige Vernetzung (damals v.a. mit dem noch existierenden Jugendgerichtshof und den Ämtern für Jugend und Familie) nahmen uns nun vermehrt zeitlich und fachlich in Anspruch. In der präventiven Arbeit waren und sind unsere Vernetzungen und Kooperationen mit den Vereinen "Selbstlaut" und "Efeu" Ausgangspunkt und Notwendigkeit für effektive Herangehensweisen und Umsetzungen in der Arbeit mit verunsicherten, gewaltbereiten oder -tätigen Jugendlichen. Unsere Vernetzungs- und Kooperationsbemühungen konnten auch mit Hilfe der durch das BMSG ins Leben gerufene "Gewaltplattform", die letztes Jahr ihr 10jähriges Jubiläum feierte, effektiver umgesetzt werden.
    Die Erfahrungen in Vernetzung und Kooperation als professionelle und meist einzig mögliche Herangehensweise in der Arbeit mit jugendlicher (sexualisierter) Gewalttätigkeit prägen nicht nur die praktische Arbeit und konkrete Projekte von Limes, sondern auch meinen persönlichen Arbeitszugang, der weit über meine therapeutischen Kompetenzen hinausgeht und - oft ehrenamtlich geleistete - Ressourcen und Engagement erfordert.
    Das Wissen, dass jugendliche Sexualstraftäter in ihrer Entwicklung und ihrer Suche nach Identität mit Entbehrungen, Frustrationen, Unterdrückung, und (sexualisierter) Gewalt konfrontiert sind, ermöglicht mir einen Zugang zu ihnen. Ermöglicht mir, sie zu begleiten, zu unterstützen, aber auch sie zu konfrontieren, mitunter zu provozieren; in der Hoffnung, dass sie meine Angebote zur Verhaltensänderung und Erlebniserweiterung annehmen (können) und ihr selbst- und fremdschädigendes Tun beenden. Dabei begleitet mich mein Verständnis von (emotionaler) Gesundheit und Integrität: Die Fähigkeit eines Menschen, alles was zu ihm gehört zulassen zu können und an seinen Handlungen und Verhaltensweisen teilnehmen zu lassen. Dies bedeutet auch die Fähigkeit, in entsprechenden Situationen Handlungen und Verhaltensweisen zu unterlassen.


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